Manchmal feiern wir mitten am Tag ein Fest der Auferstehung!

So beginnt ein Lied von Alois Albrecht. Zu Ostern denken wir viel an die Auferstehung; dass Jesus auferstanden ist und er uns damit auch den Weg zum Ewigen Leben, den Weg zu Gott bereitet hat.

Aber was ist denn das Ewige Leben? Wenn ich mit Schülern oder Konfirmanden über Leben, Tod und Auferstehung nachdenke, kommt oft die Frage: Wie sieht das Leben nach dem Tod aus? Gibt es den Himmel wirklich? Wie ist das da?

Was wir nicht kennen, können wir uns nicht vorstellen. Und wie genau es ist, wer kann das schon wissen. Menschen mit Nahtoderfahrungen erzählen oft von einem hellen Licht.

Ich weiß nicht, wie es ist, das ewige Leben, aber ich bin gewiss, dass es ist! Und dass es gut ist, weil es ein Bei-Gott-sein ist. Das bedeutet für mich Wärme und Geborgenheit, bei dem sein, der mich geschaffen hat und mich liebt – so wie ich bin – und zu dem ich mit allen Gedanken, Fragen, Zweifeln und Ängsten kommen kann! Bei ihm sein, das kann nicht schlecht sein!

Die Geschichte von Henri Nouwen lässt mich schmunzelnd neu vertrauen auf das „Leben danach“ – und dass das vielleicht doch kein so unglaublicher Gedanke ist, denn ich bin überzeugt, wenn wir ganz still sind, können auch wir „die Engel im Himmel singen hören und spüren, wenn Gott unsere Welt streichelt...“  – Manchmal ganz in unserer Nähe mit ganz menschlichen Stimmen und Händen...

Ein frohes Auferstehungsfest wünscht

Pfarrerin Inga Keller

Ein Leben danach?
(eine Erzählung nach Henri Nouwen)
Ein ungeborenes Zwillingspärchen unterhält sich im Bauch seiner Mutter.
„Sag mal, glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?” fragt der eine Zwilling.
„Ja, auf jeden Fall! Hier drinnen wachsen wir und werden stark für das, was draußen kommen wird,” antwortete der andere Zwilling.
„Das ist doch Blödsinn”, meint der erste. „Es  kann kein Leben nach der Geburt geben, wie soll das denn bitteschön aussehen?”
„So ganz genau weiß ich das auch nicht. Aber es wird sicher viel heller sein als hier. Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen.”
„So einen Unsinn habe ich ja noch nie gehört. Mit dem Mund essen? Was für eine verrückte Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns ernährt. Und wie willst du denn herumlaufen? Dafür ist die Nabelschnur doch viel zu kurz.”
„Doch, es wird bestimmt gehen, es ist eben dann alles nur ein bisschen anders.”
„Du spinnst! Es ist noch nie einer zurück  gekommen von nach der Geburt. Mit der Geburt ist  das Leben zu Ende. Punktum.”
„Ich gebe ja zu, dass keiner richtig weiß, wie das Leben nach der Geburt aussehen wird. Aber ich weiß, dass wir dann unsere Mutter sehen werden und dass sie für uns sorgen wird.”
„Mutter??? Du glaubst doch wohl nicht an eine  Mutter! Wo ist sie denn?”
„Na, hier – überall um uns herum. Wir leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein!”
„Quatsch, von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also kann es sie auch nicht geben.”
„Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt...”