Geistliches Wort

„Und, sind Sie schon gut angekommen?"

Das ist wohl eine der häufigsten Fragen, die mir zurzeit begegnet. Anlass genug, einmal wirklich darüber nachzudenken über das Ankommen.

 

Und ja, ich würde schon sagen, dass ich gut angekommen bin, hier in Westgartshausen. Vier monate bin ich nun schon da, ich kann’s kaum glauben. Ich fühle mich wohl und willkommen, kenne inzwischen alle Weiler – nicht nur mit namen. ich freue mich über jeden neuen Kontakt, jeden neuen Ort, den ich kennenlerne, und seit Januar über die Ankunft meines Hundes Mo.

 

Und gleichzeitig bin ich noch lange nicht angekommen. So vieles und so viele kenne ich noch nicht. So vieles liegt vor mir: neues, Unbekanntes, Aufgaben und Herausforderungen. Ich suche noch den Überblick und bin froh über alle, die mir dabei helfen und mich auf meinem Weg begleiten.

 

Vielleicht lautet die schönste Liebeserklärung: Ich liebe dich – endlich bin ich angekommen.

 

Ankommen ist schön, aber es braucht auch Zeit. Angekommen sein vermittelt ein Gefühl von Heimat und Geborgenheit, sich verstanden fühlen, wahrgenommen, wertgeschätzt. Ich kann zur ruhe kommen, habe ein Ziel erreicht, muss nicht gleich wieder aufbrechen, darf einfach sein. Ankommen bedeutet aber auch neu Sein.

 

Passions- und Osterzeit: Genau die richtige Zeit, um über das Ankommen nachzudenken.

 

Erstmal alles kennenlernen und entdecken, ich gehe vorsichtig, Schritt für Schritt, stolpere vielleicht auch mal, muss mich orientieren, noch Sicherheit bekommen.

 

Was / Wer ist bei mir angekommen? Wo bin ich angekommen? Was ist mit Jesus / Gottes Liebe?

 

Wann ist Jesus angekommen? mit seiner Geburt beginnt doch erst sein Weg: er ist auf die erde gekommen, um uns zu zeigen, wie sehr Gott die Welt liebt. Mit dieser Botschaft will er bei uns ankommen. Sein Weg ist ein Weg zu den menschen und mit den menschen, durch ihre Höhen und Tiefen, freud und Leid. Und gerade indem er durch den Tod geht, schenkt er uns eine neue Lebensperspektive: Auch wir können bei Gott ankommen.

 

Das besondere bei Gott: er lässt uns Zeit. „ich habe euch eine Wohnung bereitet“ sagt Jesus seinen Jüngern. Die Tür ist offen, wir sind willkommen, er wartet auf unsere Ankunft. Und er hat uns seinen Geist gesandt als Orientierung und Halt, hilft uns auf, wenn wir stolpern und geht mit uns Schritt für Schritt.

 

Wo Sie auch unterwegs sind – im Tal der Trauer, in der Freude über neues oder altes Glück, kurz vor der Konfirmation oder einfach im Alltag:

 

Ich wünsche Ihnen, dass Sie gut an - kommen!

 

Herzliche Grüße, Pfn. Inga Keller