Geistliches Wort

"Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir!" (Jesaja 60,1)

 

Das Licht scheint in der Dunkelheit

Wir leben in einer Zeit der Dunkelheit und des Lichtes. Das wurde mir am Sonntag wieder bewusst, als meine Frau sich über die früh hereinbrechende Dunkelheit beklagte. Die Tage sind kurz geworden. Schon am späten Nachmittag gehen Kinder mit ihren Laternen spazieren. Erste Lichterketten erhellen Häuserfronten und in so manchem Fenster steht ein Lichterbogen
oder funkeln erleuchtete Sterne. Mit zunehmender Dunkelheit wächst die Sehnsucht nach wärmendem Licht.

Wir brauchen das Licht, wie die Nahrung zum Leben! Doch, wo finde ich das Licht?

Bei Jesus Christus, in der Bibel, …

Das ist ja schnell so dahingesagt. Völlig richtig! Stimmt! Aber wie sieht das ganz praktisch aus? Ein kurzer Gedanke dazu: Wenn von etwas weniger da ist, dann muss ich dem mehr Aufmerksamkeit schenken - Die dunkle Zeit als eine Zeit der Reduktion auf das Wesentliche. Das wäre eine Sichtweise, welche der Tradition der Kirche entspricht, denn die Adventszeit war früher Fastenzeit!

Wie das ganz konkret aussehen könnte, will ich in einigen Anregungen beschreiben:

  • Die Zeiten vor dem Fernseher und anderen digitalen Medien reduzieren;
  • die Betriebsamkeit und Hektik unterbrechen, bewusst Ruhepunkte einplanen;
  • eine Wohnstätte des Lichtes werden, nicht nur nach außen, sondern nach innen – Leute einladen – spielen – lachen ... ;
  • dem Geschehen von Weihnachten nähern, nicht erst wenige Tage oder Stunden vor dem Heiligen Abend. Geschichten, Bücher, biblische Texte lesen …

 

So könnte es gelingen, dass etwas von dem Licht, das in Jesus Christus in die Welt gekommen ist, auf mich ab - strahlt und ich selbst zum Lichtträger werde. Wenn ich ins Licht will und Licht für andere werden will, dann muss ich den weichen Sessel meiner Bequemlichkeit verlassen und beginnen, dieser Zeit, dem Advent eine Gestalt zu geben.

Wie Sie befinde ich mich jedes Jahr an dem Punkt, wie das aussehen kann? Wie gestalte ich Advent? Und manchmal ermüdet es mich auch, weil ich die Bequemlichkeit ja auch liebe. Aber eben das ist der Reiz des Kirchenjahres, das mich Jahr für Jahr herausfordert, neu zu gestalten und Bewährtes zu leben! Mache dich auf und werde Licht, denn dein Licht kommt! Es ist schon da! Aber es braucht meine Aufmerksamkeit, damit es in mir und durch mich Strahlkraft bekommt.

Eine erleuchtete Adventszeit wünscht Ihnen

Pfarrer Rainer Oberländer