Hagelfeiertag in Honhardt immer am 25. Juli

Beten, danken und fröhlich sein, das ist der Gedanke für unseren Hagelfeiertag. Er wurde schon in vorreformatischer Zeit, um das Jahr 1240, begangen.

Der Anlass dafür war ein Hagelunwetter, das den ganzen Landstrich zwischen Schwäbisch Hall und Dinkelsbühl verwüstete. Eine große Hungersnot war die Folge. Die Frauen waren zu damaliger Zeit gezwungen, aus dem kärglichen Rest der Ernte und mit allerlei Wurzeln und Gemüse etwas Essbares für ihre Familien und sonstige Notleidende zuzubereiten, um wenigstens zu überleben.

 

An Maria Verkündigung wurde dann der Bittgottesdienst gehalten. Nach der Säkularisation wurde er auf den Patronatstag der Kirche „Peter- und Paul“ verlegt und nach Abschaffung dieses Feiertags auf „Johanni“. Als auch dieser Kirchliche Feiertag gestrichen wurde, beschloss man in Honhardt, den Hagelfeiertag auf „Jakobi“ festzuschreiben. So berichtet Pfarrer Sülzer der Jüngere im Jahr 1790. Seither war an diesem Tag in Honhardt ein Gottesdienst angesetzt. Zwar wird der Feiertag, in den Hungerjahren 1815 bis 1817 von König Wilhelm 1. angeregt, in der gesamten evangelischen Landeskirche wahrgenommen, aber nur mit einem Erntebittgottesdienst. Diesen Erntebittgottesdienst begingen die Honhardter seither immer am 25. Juli.

Von den Gepflogenheiten/Beispielen anderen Gemeinden, diesen Tag variabel auf einen Sonntag zu verlegen ließen sich die Pfarrer und Kirchengemeinderäte aus Honhardt nicht anstecken. Durch die rückläufige Einkommensentwicklung in der Landwirtschaft gingen auch in Honhardt immer mehr Einwohner einem anderen Einkommenserwerb nach und zwangsläufig ging auch der Besuch der Gottesdienstbesucher zurück.

Im Jahr 1983 wurde durch Initiative der ehemaligen Pfarrers Eheleute Zweigle erstmals nach dem Bittgottesdienst ein Gemeindefest begangen mit „Hungersuppe, Bratwürsten usw, einem kühlen Trunk – damals noch aus Holzfässern gezapft - einfach urig. Zwischenzeitlich ist dieses Fest nicht nur zu einem festen Bestandteil des Gemeindelebens geworden, sondern zieht Besucher aus nah und fern an.