Von der Dachkammer ins Erdgeschoss

Auf rund 50 Quadratmetern bietet die Kleiderkammer in der Burgbergstraße 61 eigentlich alles, was ein Bekleidungsgeschäft ebenfalls im Angebot hat, allerdings kostenlos für die Nutzer.   Foto: xy

Die Kleiderkammer ist nach einigen Veränderungen im Team umgezogen. Auf 50 Quadratmetern künftig ein komplettes Angebot für Bedürftige in der Burgbergstraße.

Mathias Bartels 02.08.2017

Mit den Vokabeln übersichtlich, überschaubar und wohlgeordnet ist die neue Kleiderkammer in der Burgbergstraße 61 wohl am besten beschrieben. Seit Montag residiert das neue Team der Ehrenamtlichen, die die Bewohner der Burgbergsiedlung, aber auch der benachbarten Flüchtlingsunterkunft kostenlos mit Kleidern versorgt, unter eben dieser Adresse. Bis vor Kurzem war die Kleiderkammer im benachbarten Haus in schwer zugänglichen Räumen unter dem Dach untergebracht. Jetzt findet sich das „Kleidergeschäft“ auf rund 50 Quadratmetern gleich nebenan im Parterre. Angeboten wird der gesamte Querschnitt durch Damen-, Herren- und Kinderbekleidung sowie Schuhe und Zubehör.

Es gehe um die Hin- und Zuwendung zum Nächsten, verdeutlichte Pfarrer Eyüb Aksoy von der Christusgemeinde die Aufgabe, die vor dem Team der Freiwilligen um Hanne Braun, Elisabeth Laukemann und Dagmar Fischer liegt. Menschen, die in eine schwierige Lebenslage gekommen seien, solle mit dem Angebot geholfen werden. Sie sollten aber auch begleitet und ein Stück weit materiell unterstützt werden.

Künftig keine Möbel mehr

Die Arbeit habe sich etwas verändert in der Kleiderkammer, erklärte der Pfarrer. Nicht nur das Mitarbeiterteam habe ein neues Gesicht erhalten, es würden künftig auch keine Möbel mehr ausgegeben. „Dafür gibt es andere Einrichtungen in der Stadt, die dieses Feld sehr gut abdecken“, sagte Eyüb Aksoy. Und auch das: Nur in Ausnahmefällen würden noch Essenspakete an die Bewohner der Burgbergstraße ausgefahren. Sie würden vor Ort versorgt und von der Küche auch verpflegt.

Getragen wird die Arbeit der Kleiderkammer vornehmlich durch Spenden und von der Stadt Crailsheim, die die Räume zur Verfügung stellt. „Es gibt eine ausgesprochen gute Zusammenarbeit“, bedankte sich der Pfarrer der Gemeinde, die zusammen mit der Erlacher Höhe und der Diakonischen Bezirksstelle die Kleiderkammer betreut.

Schlummerland hat gespendet

Und weil es ohne Spenden eben nicht geht, erwähnte Aksoy auch den Serviceclub der Kiwanis, die regelmäßig Mittel beisteuern und – aktuell – das „Schlummerland“ Imig, das am Kleiderkammer-Eröffnungstag von einer Mitarbeiterin einen Scheck über 450 Euro überreichen ließ.

„Die Renovierung der Kleiderkammer ist abgeschossen, die Regale sind gefüllt, das Interesse der Bewohner und die Nachfrage nach günstiger Kleidung sind sehr groß“, sagte Eva Doose als Vertreterin des derzeit in Urlaub weilenden Oberbürgermeisters Rudolf Michl. Dooses Dank galt den „ehrenamtlich helfenden Händen“, denn es sei nicht selbstverständlich, „sich Woche für Woche in den Helferkreis einzubringen“.

Es seien die kurzen Wege, die hier in der Burgbergstraße 61 viel Gutes ermöglichten, meinte die Stadträtin. So seien in den letzten Jahren eine neue Küche, der Außenplatz und jetzt die Kleiderkammer als größere Projekte realisiert worden – alles in allem eine tragfähige Basis für die Unterstützung der bedüftigen Menschen in diesem Stadtteil. Nach dem offiziellen Teil nahmen die Eröffnungsgäste die neuen Räume in Augenschein und labten sich an der Kaffeetafel.

Info Wer saubere und tragfähige Kleidung abgeben möchte, hat dazu jeden Montag von 14 bis 17 Uhr Gelegenheit. Geöffnet für die Nutzer ist die Kleiderkammer jeden letzten Montag im Monat von 14 bis 17 Uhr. Infos erteilt Hannelore Krauß unter Telefon 0 79 51 / 55 83.